neues von Reinhold Messner :D
Es ist manchmal nicht einfach. Vor allem, wenn der Haussegen meiner Gastfamilie schief hängt. Heute Mittag als ich zum Essen nach Hause kam, setzte sich meine Gastmama zu mir und brach plötzlich in Tränen aus. Der Grund? Meine Gasteltern reden nicht mehr miteinander und mein Gastbruder ist mitten drin. Der arme Kerl ist der Seelsorger meiner Gastmama und hat’s auch nicht einfach mit seiner ständig rum nervenden Freundin. Aber davon wissen meine Gasteltern natürlich nichts. Warum Amma (Mama in Tamil) und Appa (Papa in Tamil) nicht mehr miteinander reden, wusste ich nicht. Bis ich meinen Gastbruder fragte, was der Grund dafür sei. Er erklärte mir, dass Appa Amma wohl nicht genug Aufmerksamkeit schenkt, wegen der Arbeit. Aber ich glaube, dass da noch mehr im Busch ist. Es ist wirklich nicht leicht hinter die Kulissen einer indischen Familie zu schauen. Ganz besonders, wenn man die Sprache nicht wirklich versteht. Auseinandersetzungen werden hier anscheinend hinter verschlossenen Türen ausgetragen. Anfangs habe ich auch nichts davon gemerkt. Doch so nach und nach merkte ich, dass ganz dicke Luft im Hause G.Muralidaran herrscht.
Soo, ein Monat bin ich schon in diesem heißen Land. Über die ersten Wochen hab ich euch ja schon was erzählt..ich muss sagen, dass ich immer wieder geglaubt habe Indien so langsam zu verstehen. Aber es sind Situationen aufgetreten, wo ich mir dachte “what the fuck?!”(und es werden noch welche auftreten, da bin ich mir sicher!). Bei jeder Reise, die ich bis jetzt gemacht habe, hatte ich irgendwann raus, wie es diesem Land läuft. Aber Indien erscheint mir selbst nach 4 Wochen immer noch ohne Struktur. Letztes Jahr war ich mit meiner Freundin in Marokko, um eine 6-wöchige Backpackingtour zu machen. Nach einer gewissen Zeit wussten wir, wie man sich dies und jenes organisieren kann und wie man an essentielle Informationen kommt, die auch korrekt sind! Hier kann ich 10 Leute die gleiche Frage stellen und ich könnte 10 verschiedene Antworten kriegen. Es ist manchmal echt zum verzweifeln. Auch wenn mir hier noch so einiges chaotisch erscheint, sind die Inder trotzdem sehr hilfsbereit. Ich bin am Ende des Tages immer dort angekommen, wo ich ankommen wollte. Natürlich nicht zur versprochenen Zeit.
Zeit ist hier in Indien nicht so wichtig wie in Deutschland. Wenn der Zug oder Bus 15 Minuten “zu spät” kommt, ist er immer noch pünktlich. Jedes mal, wenn ich in Hamburg am Berliner Tor stehe und die Bahn 2 Minuten zu spät kommt, höre ich von allen Seiten ein genervtes Seufzen. In dem Punkt können sich die Deutschen echt ne Scheine von den Indern abschneiden: Almanya, entspann dich!!!
Herzlichkeit & Brüderliches Teilen.
Was ich immer wie erstaunlich finde, ist, wie freundlich und herzlich, selbst bei großer Armut, die Menschen sind. Unter der Woche komme ich ziemlich in den umliegenden Dörfern rum. Einige der Dörfer gelten sogar als “Slum area”. Egal wie simpel und arm die Menschen hausen, sie haben mir alle mindestens einen Becher Wasser und Erdnüsse (ist grade Season dafür) angeboten. Stets mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht. Man würde davon ausgehen, dass gerade arme Menschen einem nichts anbieten. Falsch gedacht! Nach jedem Tag in den Dörfern war ich immer entweder um eine Tüte voller Erdnüsse oder einer Kokosnuss reicher.
Was das Essen hier angeht, erlebe ich hier ein Abenteuer nach dem anderen. Ist nicht negativ gemeint! Die Gerichte hier fetzten einem sowas von die Geschmacksnerven weg, dass man jedes mal einen kulinarischen Orgasmus hat. Sei es Masala Dosai, Paratha, Biryani oder andere leckere Gerichte. In Indien isst man extrem lecker und extrem scharf! Meine Favorites sind Paratha und Masala Dosai. Paratha ist ein relativ fettiges fladenbrotartiges Gebäck, das man in einzelne Fasern zerrupfen kann. Dazu bekommt man verschiedene Chutneys (Soßen), wo man das Brot dann reindippt. Göil!!! Na, hungrig?! :D
Keine Angst, ich verhunger hier nicht. Und daran, dass man hier mit den Händen isst, hab ich mich auch schon gewöhnt.
Ich könnte noch endlos weiter schreiben. Aber ich will ja nicht alles vorweg nehmen für die nächsten Beiträge. Also mach hier mal ein Schluss…und sach bis denn.
Euer Mustafa
Maaaan! Ich hätte nie gedacht, dass das hochladen von Videos so schwierig sein kann. Vorallem, weil ich mich im
Land der IT-Spezialisten befinde :) dann muss ich jetzt halt schreiben (HASS)!
Es sind jetzt schon fast 3 Wochen her, dass ich von Hamburg abgereist bin. Hätte mir den Abschied nicht so tränenreich vorgestellt..gelandet sind wir in Bangalore. 2 Tage lang wussten wir nicht wie es weiter geht. Unsere Unterkunft war jetzt auch nicht die beste (ziemliches Kabuff!) aber naja. Wir sind ja nicht zum Urlaub machen hergekommen! An den darauf folgenden Montag ging es endlich weiter! Das on-Arrival begann. Uns wurden viele nützliche Infos mitgeteilt. Eigentlich hatte das alles Ähnlichkeiten mit den VBs in DE aber halt nur spezifischer. Nach einer Woche Bangalore ging es weiter nach Kundapur (Westküste). Dort mussten wir uns alle registrieren. Ein ganzes Wochenende haben wir in diesem Örtchen verbracht..Is echt nett dort. Dann machten wir uns wieder auf zur Ostküste, nach Chennai (Madras). Verdammte 16 Stunden hat die Zugfahrt gedauert!!!! Für Inder was gaaaanz normales. Angekommen in Chennai wurden wir abgeholt von meinem Koordinator, der mich dann letztendlich in den richtigen Bus nach Chetpet setzte. Und dort befinde ich mich jetzt in einem Internetcafe, zwischen verstaubten Computern aus dem letzten Jahrhundert und Figuren hinduistischer Gottheiten. Das erste was ich dachte, als ich ankam, war “fuck, wo bin ich denn hier gelandet!”! Und diese “fuck” hielt dann auch für 2 Tage an. Kulturschock hoch 10!!! Die ersten 2 Tage in Chetpet, also letzte Woche Mittwoch und Donnerstag, waren für mich der reinste Nervenhorror. In Deutschland hätte ich nicht gedacht, dass das so schlimm wird. Aber nach ‘nem Telefonat mit Omi, Mama und meiner Freundin Pauline war auch wieder alles cool. Außerdem haben mich meine Gasteltern beruhigt. Echt liebe Menschen - auch wenn mein gastvater einen strengen Eindruck macht. Er ist gleichzeitig mein Director. Meine Gastmama ist eine extrem fette, und wenn ich fett Sage, dann meine ich das auch so, Frau. Aber super lieb. Die hat mich auch beruhigt und getröstet usw.. Alta, die Frau kann kochen! Achja, außerdem stehen mir eine Haushälterin und ein Fahrer zur Verfügung. Ich glaube meine Familie gehört zu den reichsten des Dorfes. Aber verglichen mit großstädtischen Verhältnissen immer noch bescheiden. In Orten, wo Armut herrscht ist billiges Personal leicht zu bekommen! Armut ist hier echt allseits präsent. Wenn man sowas zu Augen bekommt, dann erst ist man sich bewusst, dass man in Deutschland in einer absoluten Dekadenz lebt. Gestern habe ich mich mit einer der Angestellten unterhalten und sie hat mir ein wenig von ihrem leben erzählt. Ich kam mir nach diesem Gespräch ziemlich schlecht vor! Aber, darüber Bericht ich ein anderes mal.
Stromausfälle sind hier auch ein ständiges Problem! Also, bevor einer kommt, poste ich lieber. Ich Berichte demnächst wieder.
Peace Out..Mustafa